Rumänien

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Bericht von unserem Arbeitsbesuch in Salard vom 19.3 – 26.3 2015

Bericht vom dem Arbeitsbesuch in Salard vom 19.3 – 26.3 durch Ineke Bulsink und Jan Berendsen im Namen von der Stiftung Agape und von Jean te Morsche und Peter Grooteman im Namen von Secondhand-Laden Bohero.

Die Delegation wurde herzlich empfangen und hervorragend bewirtet durch Zoltan Dani und die Damen Ica und Eva. Zoltan Dani hatte neben den geschäftlichen Besprechungen und den Agape–Aktivitäten viel Zeit investiert in das Wohlbefinden seiner Gäste und in gemeinsame Unternehmungen mit diesen.

Pflegepersonal

Im Moment erhalten 60 Kunden Pflegehilfe und es gibt eine Warteliste von 14 Personen. Wegen der steigenden Löhne ist eine Erhöhung der Anzahl des Pflegepersonals (5) nicht möglich. Eher ist es wahrscheinlich, dass eine Pflegekraft weniger eingesetzt wird . Extra Geld vom Staat wird es nicht geben. Eine Pflegekraft befindet sich für zwei Jahre im Schwangerschaftsurlaub und wird in dieser Zeit durch eine andere Person vertreten.

Unter Leitung von Sozial- Assistent Lugosi Balasz kommt das Pflegepersonal einmal in der Woche im Gebäude der Stichtung Agape zusammen, vor allem um Arbeitsschritte aus der Praxis zu besprechen , aber auch um untereinander den sozialen Kontakt zu pflegen. Lugosi ist der Ansprechpartner für das Pflegepersonal und er kontrolliert gelegentlich ihre Arbeiten. Aufgrund der groβen Bürokratie hat er darüber hinaus viele verwaltungstechnische Aufgaben. Jedes halbe Jahr wird jede einzelne Pflegestelle besprochen. Die Regierung gibt eine finanzielle Unterstützung von der jeden Monat nötige Dinge wie Seife, hygienische Artikel usw. angeschafft werden. Dafür müssen die Patienten gegenzeichnen.

Wir besuchten einige Personen die Pflege bekommen. U.a. eine alleinstehende Frau und ein Ehepaar. Dabei erfuhren wir, dass die Hilfe sehr wertschätzt wird. Die Patienten finden es schön, mal mit den Personen in Kontakt zu kommen, die sich freiwillig dafür einsetzen, ihnen zu helfen die für sie nötige Pflege zu bekommen, ohne dass sie dafür bezahlen müssen.

Dani betonte mehrfach, dass dringend Inkontinenzmaterial benötigt wird, aber auch Rollatoren, Rollstühle, Hygieneartikel und Blutdruckmesser. Der Transport wird sichergestellt durch eine Spedition aus Lichtenvoorde.

Lebensmittelhilfe

Zu 42 Adressen wird 5 Tage in der Woche warmes Essen gebracht. Eine in unseren Augen unverständliche Rumänische bürokratische Regel bestimmt, dass minimal einer der Patienten außerhalb der Provinz Bihar geboren sein muss. Zum Glück hat man Jemanden in der nahegelegenen Provinz Hodos gefunden, der dieser Bestimmungen genügt.

Beim Essen ist deutlich, dass dieses nicht nur sehr geschätzt wird sondern auch sehr nötig ist. Wenn die Betroffenen merken dass die Freiwilligen aus den Niederlanden kommen, wird oft emotional reagiert. Manche Hilfsbedürftige wohnen in einem Frachtcontainer mit einer Tür und einem Fenster, vollgestopft mit dem was ihr Besitz ist ( ein Fahrrad, ein Bett und ein Hund). Um Dani in dieser Woche ein bisschen zu unterstützen haben Jan sowie Peter ein paarmal bei der Essensauslieferung geholfen.

Da unsere Delegation das gleiche Essen bekam, konnten wir uns von der guten Qualität überzeugen. Auch die Inspektion von Volksgesundheit, die in derselben Woche die Küche und Köche in Bezug auf Hygiene usw., kontrollierten, sahen dass alles in Ordnung war.

Neues Gebäude

Dani und Lugosi zeigten uns ein neues Gebäude, das von der Gemeinde gemietet wird und inzwischen renoviert wurde und klasse aussieht. Der Eingang ist eine große Halle mit angrenzendem Büro. Nur die Haustüren schließen nicht gut, was die Gemeinde sicher noch in Ordnung bringen wird. Dani möchte gerne, dass Agape dies bezahlen würde. Das wäre sicher eine schnellere Lösung, aber nicht korrekt. Auch muss er noch eine Abgrenzung vor der Haustür kommen. An die Halle grenzt eine schöne große Küche mit einem separaten Abwaschraum. Alles in der Küche ist aus rostfreiem Stahl. Daneben gibt es noch zwei identische Klassenzimmer und einen neu angelegter Toilettenblock. Das Gebäude ist gut isoliert, so dass man sehr viel sparen kann bei den Heizungskosten.

Der Staat bezahlt für die Nachmittagsbetreuung der Kinder von 6 – 10 Jahren. Die Eltern bezahlen die Mahlzeiten, die die Kinder hier bekommen. Man denkt ungefähr mit 10 Kindern anzufangen und das dann auszuweiten bis zu 50 Kinder.

Gerne möchte man bei dem Gebäude einen Spielplatz anlegen von 16×34 Metern. Möglichst mit ein paar großen Spielgeräten. Die sind leider in Rumänien sehr teuer. Darum die Bitte um in den Niederlanden nach (gebrauchten) Spielgeräten zu schauen.

Wann das Gebäude in Gebrauch genommen wird ist noch nicht klar. Das liegt an einem Konflikt zwischen dem Bürgermeister und dem Bauunternehmen.

Secondhand-Geschäft Adaptus

Das Secondhand-Geschäft Adaptus haben wir mehrere Male besucht. Auch haben wir beim Ausladen eines Auflegers geholfen, der mit einer Ladung aus Lichtenvoorde angekommen war. Dabei waren auch Güter für Adaptus, die wir auf einen anderen LKW geladen und dann zum Geschäft gebracht haben. Von da aus ging ein Teil der Güter zum Margaritha Krankenhaus und ein anderer Teil zu den Haushaltshilfen, die zum Beispiel Kleidung an die Pflegeadressen verteilen.

Auf der zweiten Etage des Geschäftes war noch ein Vorrat an Schulmöbeln, die nicht für den Verkauf bestimmt sind, sondern die bei Bedarf an Schulen aus der Umgebung gespendet werden. Die Schulen müssen dann selber den Transport regeln. Dani erzählt uns, dass ein neuer Vorrat an Schulmöbeln sehr willkommen ist.

Schulen

Wir haben auch Schulen besucht. Direktorin Monika Prem (35) machte mit uns eine ausführliche Führung in den beiden Schulgebäuden im Ort Salard und in Sîntimreu. Sie ist verantwortlich für ungefähr 600 Kinder: 8 Gruppen mit kleineren Kindern und 16 Klassen mit Basisschülern. Natürlich haben wir in den verschiedenen Klassen die Schulmöbel aus Winterswijk gesehen. Er gibt Pläne, aber zur Zeit auch nicht mehr, aus einem älteren Schulgebäude hinter der heutigen Schule, einen Kindergarten zu machen.

Schönes Detail – sowohl bei unserem Ankommen als auch beim Verlassen der Klassen sind alle Kinder aufgestanden.

Agape Gebäude

Die erste Priorität in diesem Gebäude ist das Reparieren der Heizung und der Warmwasserversorgung in der Küche. Die Heizung ist jetzt provisorisch repariert. Doch es Zeit wird, dass das gesamte Gebäude einer Renovierung unterworfen wird (zum Beispiel Fenster usw.).

Es besteht jetzt schon der Plan in Kürze +- 10 Holzhandwerker für eine Woche einzuladen inklusive Logis und Mahlzeiten, die dann Kunstwerke produzieren. Die Kunstwerke gehen dann an Agape. Geschätzte kosten € 2.000,- erwarteter Gewinn € 10.000 pro Kunstwerk.

Dani hat Pläne dieses Gebäude zu erneuern und sogar noch aus zu erweitern. Hierbei denkt er an das Folgendes:

  • Hotel, dazu ein Gemeinschafstgebäude
  • Kulturelle Aktivitäten / Ausstellungen
  • Sommerzeltlager
  • Kurse für Menschen der Kunstakademie
  • Vermietung für Familientreffen – Feiern – Taufen und Kondolieren etc.

Konkret sind die Pläne:

  • Sieben Zimmer mit Dusche, Toilette und Waschbecken.
  • Die heutigen sanitären Anlagen beim ersten Eingang werden an anderer Stelle neu realisiert.
  • Der zweite Eingang verschwindet.
  • Die Sanitäranlagen beim dritten Eingang verschwinden.
  • Die Küche und Beiküche bleiben unverändert mit der Ausnahme, dass die Tür zum Keller verändert wird. Dort sollen ein Esssaal, eine Gelegenheit für Gruppenübernachtungen und Toiletten entstehen.
  • Neubau Richtung evangelischer Kirche (± 9×11 Meter) wobei der heutige Baustil beibehalten wird. und worin ein Essens Saal plus Toiletten kommen
  • Bauerlaubnis zum Neubau ist relativ einfach zu bekommen , aber mit Unterstützung von Stadt oder Land ist nicht zu rechnen. Erwartete Kosten für diese Pläne sind ungefähr € 75.000

Zum Schluss:

Das Team in Salard ist zu 100% motiviert und arbeitet hart und mit viel Liebe für die Personen, die Essen und Haushaltshilfe (auch medizinisch) bekommen. Das haben wir bei den Besuchen gemerkt.

Das Team in Salard verdient deswegen auch unsere volle Unterstützung, in welcher Form auch immer.

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In Rumänien unterstützt Bohero mit großen Spenden die sozialen Einrichtungen in dem Dorf Salard.

Tatsächlich sind es zwei Projekte:  1) Die soziale Hilfe an Älteren zu Hause, im Pflege-Gesundheitsbereich. & 2) Die soziale Küche, die älteren Menschen zu einer warmen Mahlzeit verhilft. Sie sehen hier oben ein Foto von den Personen, die beide Projekte ausführen. Um einen Einblick zu geben, in die Hilfe die erbracht wird, haben wir zwei Tabellen abgebildet worauf man sehen kann, um wieviel Menschen es sich handelt, denen beim Überleben geholfen wird.

Borculo hilft Rumänien. Aus diesem Gedanken ist Bohero entstanden (Borculo helpt Roemanie). Bohero hilft der Rumänischen Gemeinde Salard. Auf diesem Abschnitt sehen sie einige Fotos. Bei manchen ist ein kurze Beschreibung angefügt.

Die Gemeinde Salard hat eine Liste (siehe oben) von älteren Personen zusammengestellt, die in Betracht für warme Mahlzeiten kommen. Diese Mahlzeiten in drei Gängen werden an den Werktagen zwischen 12 und 13 Uhr nach Hause gebracht.